Viren. 

Bis vor Kurzem haben viele von uns dabei zunächst an Schadprogramme gedacht, die unsere geliebten Laptops lahmlegen könnten. Erst in zweiter Instanz folgte dann das Thema „Grippe“. Das hat sich binnen kürzester Zeit fundamental geändert. Die grassierende Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Auch mich. 

Obwohl ich nicht gerade zur Panik neige und in meinen 81 Lebensjahren doch schon die eine oder andere Krise miterleben musste - kalt lässt mich Corona nicht. Ich gehöre aufgrund meines Alters zur Hochrisikogruppe. In den letzten Tagen merke ich, habe ich mich tatsächlich zurückgezogen. Ein wenig verkrochen vor der Gefahr, mich anzustecken.

Für mich ist die selbstgewählte Heimquarantäne kein grösseres Problem. Ich habe Breitbandinternet, ein Netflix-Abo und bestelle meine Einkäufe, die mit dem Cargobike bis vor die Wohnungstür geliefert werden. Arbeiten kann ich von zuhause aus, Kontakt halten mit anderen funktioniert wunderbar via SkypeWebExHangouts und diverse auf dem Smartphone installierte Messenger wie ThreemaSignal oder WhatsApp. Auch Facebook bietet gerade Menschen jenseits der 65 enorme Möglichkeiten. 

Was aber machen die Menschen in meinem Alter, die auf der anderen Seite des digitalen Grabens stehen? Bücher lesen und Schallplatten auflegen - natürlich hatten auch die analogen Zeiten ihren Reiz. Aber was Information und vor allem: Kommunikationsmöglichkeiten angeht, sind viele in meiner Generation hoffnungslos abgehängt. 

Zusammen mit meinen zumeist sehr viel jüngeren KollegInnen überlege ich deshalb, wie man Menschen jenseits der 65 nun dabei helfen kann, den Anschluss an die bedrohlicher gewordene Umwelt nicht zu verlieren. So manche hat der eigenen Oma mittlerweile ein Mini-Tutorial geschickt, das erklärt, wie man einen Streaming-Dienst abonniert oder Skype auf dem Laptop installiert. Mein Appell an dieser Stelle: stellt Eure Anleitungen auch anderen zur Verfügung. 

Installiert, wenn Ihr Euch mit Computern auskennt und nicht eh schon eines habt, ein Programm zur Remote-Steuerung von anderen Computern und hellt älteren Menschen aus Eurem Umfeld dabei, ihre PCs auf den neusten Stand zu bringen. Teilt Euer digitales Wissen, Eure digitalen Kenntnisse mit den Älteren - das ist immer eine gute Sache, wird aber in pandemischen Zeiten, wie sie nun herrschen und voraussichtlich noch eine ganze Weile herrschen werden, umso wichtiger. 

Sehr schön finde ich auch die Aktion von Bajour Basel. Das Online-Magazin hat eine Facebook-Gruppe mit den Namen #gärngscheeh gegründet, in der man für die Region Basel um Hilfe bitten oder seine Hilfe anbieten kann. Einkäufe erledigen für Menschen, die in Quarantäne sind oder als Risiko-Fall Angst haben, vor die Tür zu gehen. Höchst unterstützenswert - wobei natürlich auch und gerade hier wichtig ist, Hygiene-Regeln einzuhalten und sich nicht mit einer Umarmung an der Tür für die Lieferung des Gemüsekorbs zu bedanken. 

Auch ich werde versuchen, in den kommenden Wochen mehr zu diesem Thema zu produzieren und mich in höherer Frequenz zu melden, als dies in den letzten Wochen möglich war. Bis dahin: bleibt gesund, unpanisch, wascht Euch brav die Hände und schaut gut aufeinander. 

Eure SMarta.